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Eifel-Regen bringt das Vector Racing Team aus dem Tritt

Bei wechselhaften Bedingungen in den insgesamt diesmal vier freien Trainings am Freitag konnte Jaroslav Cerny mit der Bestzeit im ersten freien Training am Morgen und Platz zwei im letzten Durchgang am Nachmittag einen guten Start in das dritte IDM-Wochenende hinlegen. „Wir haben auf die beiden mittleren Trainings aufgrund des Regens verzichtet und haben aber in den beiden trockenen Sessions in insgesamt knapp 30 Runden eine gute Basis für morgen gelegt. Ich war noch nicht am Limit. Hoffentlich bleibt es trocken – denn dann haben wir hier sehr gute Chancen auf ein erfolgreiches Wochenende“, so Jaro, an dessen Motorrad laut Thomas Kubiak und Swen Nikella „nur kleine Dinge am Fahrwerk geändert wurden und eine neue Dunlop-Mischung getestet wurde“. Gaststarter Robin Mulhauser hatte bei seinem ersten Einsatz auf einer 600er auf dieser Strecke „viel Spaß und war insgesamt sehr zufrieden. Ich bin 41 Runden gefahren und bin von dem Motorrad begeistert. Es fühlt sich sehr gut an, der Motor ist gut und es macht zusammen mit Chefmechaniker Michael Ferger und dem gesamten Team wahnsinnig viel Spaß. Die Top-15 in der Startaufstellung sind bei trockenen Bedingungen hoffentlich drin“, so Robin. Thomas Helldobler war nach seinen insgesamt 48 Runden nicht ganz glücklich: „Vor allem am Fahrwerk verzweifeln wir etwas. Beim Test am 1. Mai hat alles gut funktioniert und heute fühle ich mich nicht wohl. Da müssen wir bis morgen eine Lösung finden und auch ich muss mich steigern.“

So gut wie die Stimmung am Freitag war, so gedämpft war sie nach Qualitrainings bei 13 Grad und teilweise starkem Dauerregen. Jaroslav Cerny musste sich mit der 23. Position zufrieden geben. „Eigentlich habe ich ein gutes Gefühl was das Motorrad angeht aber ich mag generell keinen Regen und nach den beiden Stürzen in Oschersleben spielt bei mir auch der Kopf eine Rolle. Ich bin einfach hier und da zu vorsichtig unterwegs und verschenke dadurch Zeit. Aber im Rennen kann so viel passieren und nun heißt es eben das Beste draus zu machen und in die Punkte kämpfen“, so ein enttäuschter Jaro nach dem Training. Thomas Helldobler landete auf Platz 32 und hofft auch, dass er sich „im Rennen wenn es um Positionen auf der Strecke geht“ weiter steigern kann. Robin Mulhauser hatte seinen Sturz vom Morgen dagegen sehr gut weggesteckt und sich Stück für Stück verbessert, musste allerdings auch nur mit Platz 26 (vor Harmuth und auch Moser) vorlieb. „Ich hatte auf den ersten Runden schon etwas Respekt vor dem Wetter aber ich konnte das dann gut ablegen und mich steigern. Klar, der Startplatz ist nicht wirklich toll aber wenn man die Umstände hier sieht (Regen, noch nie hier gewesen auf einer 600er, anderes Motorrad und andere Reifen als gewohnt), ist es gut gewesen. Mal schauen was im Rennen dann geht und vor allem wie das Wetter ist.“

Trotz der schlechten Startplätze fuhren die drei Piloten ein gutes erstes Rennen am weiterhin verregneten und kalten Nürburgring gefahren. Während Jaroslav Cerny noch fünf Punkte für Platz 14 (durch Gaststarter 11.) holen konnte und Robin Mulhauser direkt hinter ihm auf Rang 15 ins Ziel kam, fuhr Thomas Helldobler ebenfalls ein gutes Rennen bei diesen schwierigen Bedingungen und beendete den Lauf auf Position 19 (durch Gaststarter ein Punkt).

„Ja, immerhin gab es noch fünf Punkte aber trotzdem habe ich mich nicht wohl gefühlt und einfach ein schlechtes Gefühl bei Regen. Ich hoffe wirklich darauf, dass es morgen trocken wird und ich dann an die guten Leistungen vom Freitag anknüpfen kann“, so Jaroslav Cerny nach dem Rennen. Robin Mulhauser war dagegen, genauso wie Crew-Chief Michael Ferger, zufrieden mit dem Rennen. „Ich kam gut zurecht und konnte das ganze Rennen mit Jaro mitfahren. Nach diesem Startplatz und meinem Sturz heute ist das also völlig ok und ein guter Test für mich für meinen Lauf im September. Thomas Helldobler konnte dem Rennen ebenfalls etwas Positives abgewinnen: „Ich habe mich im Vergleich zum Training deutlich gesteigert. Meine schnellste Runde war rund drei Sekunden schneller als in der Quali. Aber auch heute habe ich wieder gesehen, dass ich immer weiter lernen muss und an mir arbeiten muss. Schauen wir mal wie es morgen wird. Wichtig war in dem Rennen sitzen zu bleiben um morgen, egal bei welchem Wetter, mit einem ordentlichen Gefühl an den Start zu gehen.“

Der Sonntag zeigte sich dann vom Wetter her von seiner besten Seite und brachte so neue Hoffnung ins Team. Jaroslav Cerny konnte nach dem Start und in den ersten beiden Runden einige Positionen gut machen und wurde dann in Runde drei in der links – rechts Kombination abgeschossen. „Ich bin in die Kurve reingefahren und mit einem Mal konnte ich gar nichts mehr machen und bin durch die Luft geflogen. Der andere Fahrer war schon hinter mir und hat dann aber am Kurveneingang wieder aufgemacht und das Motorrad aufgerichtet und ist mir von der Seite ins Heck gefahren. Ich habe mir am Unterarm und Handgelenk wehgetan, hoffe aber dass es nicht gebrochen ist. Aber das wird jetzt erst die Untersuchung zeigen. Alles in allem also ein komplett enttäuschendes Wochenende.“ Robin Mulhauser war zunächst gut unterwegs und hatte sichtlich Spaß an dem Rennbeginn. „Dann habe ich mich aber richtig vor der NGK-Schikane verbremst und bin gefühlte Stunden durchs Kiesbett gefahren und war abgeschlagen Letzter. Danach hatte ich Probleme meinen Rhythmus wiederzufinden und deshalb war einfach nichts mehr drin. Trotzdem war es ein wichtiges Wochenende für mich. Ich musste zwar in einem neuen Team, mit anderen Reifen, einem anderen Motorrad auf einer Strecke fahren, die ich noch nie mit einer 600er gefahren bin und hatte mit meinem angebrochenen Fuss, meiner Schulter und seit gestern Ellenbogen zu kämpfen aber ich denke, dass es mir für meinen Lauf im September hier im Rahmen der Superstock 600 – EM geholfen hat. Danke an Michael Ferger und das gesamte Vector Racing für die gute und nette Zusammenarbeit. Thomas Helldobler beendete das Rennen wenige Runden vor dem Ende freiwillig und gestand ein, dass „ich mich auf dem Motorrad einfach unwohl fühle. Das liegt aber ehrlicherweise nicht am Bike selbst sondern an mir. Das tut mir leid für das Team und alle die mich unterstützen aber im Moment bin ich einfach ratlos. Ich werde mich jetzt bis zum nächsten Rennen auf meiner eigenen R6 vorbereiten und ohne Druck trainieren.“

Insgesamt müssen wir eingestehen, dass wir an diesem Wochenende unseren selbstgesteckten Zielen und Anforderungen weit hinterher gefahren sind. „Jetzt heißt es, dass ganze erst einmal setzen lassen und in Ruhe überlegen, wie wir uns bestmöglich auf das Rennen in zwei Wochen auf dem Red Bull Ring vorbereiten und was wir mit unserem freien Motorrad machen“, so Geschäftsführer und Teamchef Andrey Gavrilov.

 

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